Soziale Netzwerke

Facebook wird zur Spamschleuder

Facebook hat momentan rund 600 Millionen Nutzer und es werden täglich mehr. Seltsam, dass man erst jetzt hierzulande auf die Idee gekommen ist mit Facebook und ein paar Blackhat-Tricks richtig viel Geld zu verdienen. Wer selber Facebook nutzt, konnte den Spam in den letzten Tagen wohl kaum übersehen. Überall machten dubiose Videovorschläge die Runde, welche mit Titeln wie „Charlie Sheen ist Tod!“ oder „Boxer küsst Gegner und wird danach KO geschlagen“ lockten. Wer jedoch einen solchen Link aufrief, erlebte sein sprichwörtliches blaues Wunder.

Die Gefahr des Likejacking

Der Sinn einer solchen Webseite ist es so viel Besucher wie möglich auf die Seite zu locken. Sei es nun um sich über einen Werbelayer dumm und dämlich zu verdienen oder um dem Besucher eine gehörige Packung Viren mit nach Hause zu schicken.

Das Prinzip der Spamseite ist relativ einfach. Ein Facebook nutzer kommt auf die Webseite und möchte das Video sehen. Mit Klick auf den Play-Button wird jedoch nicht das Video abgespielt. Zuerst wird einmal die betreffende Seite mit „gefällt mir“ gekennzeichnet und erscheint auf der eigenen Pinwand. Danach wird die Webseite über den eigenen Account auf die Pinwand der Freunde gepostet. Im „Optimalfall“ wird anschließend nochmal die URL an alle verfügbaren Chat-Kontakte auf Facebook versendet. Da der Nutzer in der Regel direkt über Facebook kommt, ist er momentan auch eingeloggt und muss keine weiteren Felder zur Bestätigung ausfüllen. In Fachkreisen nennt man diesen SPAM auch Likejacking, da wortwörtlich übersetzt hier die Likes von Facebook entführt bzw. geklaut werden.

facebook-spam

Wie schützt man sich vor solchen Seiten?

Seit kurzem bietet Facebook eine APP an, welche die eigene Pinwand auf SPAM und Viren untersucht. Ich habe diese in den vergangenen Tagen ebenfalls eingesetzt und muss leider feststellen, dass sie so gut wie nichts gebracht hat.

Da die versteckten Likes auf dem Play-Button über Scripte in die Webseite eingebunden sind, könnte man mit einem Anti-Script-Tool für den Webbrowser dagegen vorgehen. Jedoch würden dann auch keine Javascripts auf anderen Seiten mehr ausgeführt werden. Da diese aber noch häufig verwendet werden rate ich auch davon ab. Was derzeit wirklich hilft, ist lediglich die Augen offen halten. Wer ein solches Video sieht, sollte es direkt als SPAM melden und auf gar keinen Fall auf den Link klicken.

Bei Twitter hat BONOSEO eine erklärende Grafik online gestellt, woran man die SPAM likes erkennt:

facebook-spam-erkennen


Alexander Klaus

Über Alexander:

Alexander studierte unter anderem Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Harz in Wernigerode und International Sales & Marketing an der Business Academy Southwest im dänischen Esbjerg. Seit 2009 ist er selbstständig im Bereich Onlinemarketing tätig.


 • Google+  • Facebook  • Twitter  • YouTube

4 Comments

  1. […] & SPAM II Facebook wird zur Spamschleuder: Facebook hat momentan rund 600 Millionen Nutzer und es werden täglich mehr. Seltsam, dass man […]

    Pingback von Lesetipps für den 11. März | Netzpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 — 11. März 2011 um 09:17Uhr

  2. Mir ist bereits aufgefallen, das immer mehr Abzocken über Facebook stattfinden, wo man in irgendwelche Abo Fallen gelockt wird, damit man ein Video oder ähnliches sehen kann…

    Kommentar von Paul — 22. März 2011 um 11:56Uhr

  3. Ich verstehe nicht warum Facebook so etwas nicht früher verhindern konnte.Ich meine über 600 Millionen Menschen nutzen es. Ist denn da keinem der Macher etwas aufgefallen?

    Kommentar von Badaustellung Wesel — 30. März 2011 um 11:39Uhr

RSS feed for comments on this post.

Leave a comment