SEO

Kommt es doch auf die Länge an?

Wie man es von einem SEO Blog erwartet, bezieht sich diese durchaus provozierende Überschrift natürlich nur auf die Länge der URL zu einer Unterseite. Immer wieder wird darüber diskutiert, ob ein kürzerer oder ein umfangreicherer Pfad aus der Sicht einer Suchmaschine ansprechender ist und sich somit bessere Rankings erhalten lassen. Fakt ist, dass für beide Möglichkeiten plausible Gründe sprechen. Doch gibt es wirklich einen Unterschied im Ranking, der sich auf diese beiden Varianten zurückführen lässt? Wenn ja, welche Variante mögen Google und Co dann lieber?

Der kurze Pfad wird vor allem wegen seiner Lesbarkeit und Übersichtlichkeit geschätzt. Doch spielen diese Faktoren auch eine Rolle in der Bewertung durch Google? Viel logischer klingt doch die Tatsache, dass man in einer langen URL viele relevante Keywords unterbringen kann und so der Suchmaschine gleich signalisiert, welcher Content im Zieldokument enthalten ist.

Die Wahrheit im Bezug auf die Länge einer URL verblüfft jedoch die meisten Webmaster. Denn laut einer Analyse der Google Ranking Faktoren durch Sistrix spielt die Anzahl der Keywords in einem Pfad keinerlei Rolle. Denn wie auf der Grafik zu sehen ist, kommen die Schlüsselwörter über die kompletten SERPS verteilt etwa gleich oft vor. Weder Seiten mit besonders vielen Keywords in der URL noch Webseiten mit einem übersichtlichen Pfad ranken besser.

sistrix-ranking-faktor-url-pfad

Sistrix: "Keywords im Pfad haben keinen Einfluss"

Da die Keyworddichte in der URL also vollkommen egal scheint, kann man sich den langen Pfad zum Dokument somit auch sparen.
Wenn dieser Mythos also abgehakt ist, stellt sich nun die Frage, welche Rolle die Pfadlänge überhaupt spielt. Neben all’ den vielen Optimierungen für die Suchmaschine sollte man nie vergessen, dass neben den Bots auch ab und an mal ein menschlicher Nutzer auf die Seite gelangen könnte. Dieser bevorzugt eine Mischung aus der kurzen und langen Variante.

In einer Studie durch MarketingSherpa im Jahr 2008 wurde erstmals das Userverhalten im Bezug auf die Länge einer URL untersucht. Die Ergebnisse zeigen ganz klar, dass kurze Pfade durch den Nutzer bevorzugt werden:

  • Kurze URLs werden im Vergleich zu langen URLs in den Suchergebnissen bei gleicher Platzierung doppelt so häufig angeklickt.
  • Eine längere URL vermindert die Klickrate, da der Suchende von dieser abgeschreckt wird.
  • Der Nutzer interpretiert eine URL mit hoher Keyworddichte schnell als Spam und wird folglich nicht auf dieser weiter Surfen wollen.
  • Alle nachfolgenden Einträge (nach dem Eintrag mit der langen URL) werden dann bis zu 2,5 mal häufiger angeklickt als der Eintrag mit der langen URL.

Anstatt also möglichst viele Schlüsselwörter in der URL unterbringen zu wollen, sollte man sich eher auf die Aussagekraft des Pfades beschränken. Ich nutze in der Regel höchstens 3 Ebenen, so dass sich nach der Domain nur zwei Kategorien und dann das direkte Dokument anschließen.

Ein verwandter Mythos in der Suchmaschinenoptimierung besagt, dass Google bei einer bestimmten Keyworddichte im Pfad die betreffende Seite als Spam bewertet. Um diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen, könnt ihr einfach mal versuchen diese Webseite über Google zu finden.

Viel Erfolg ;-)


Bildnachweis:
(1) © Sistrix.de

Keine Kommentare

Noch keine Kommentare

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel.

Hinterlasse einen Kommentar