Tschüss Trivago – Hallo Google!
Irgendwie musste es ja so kommen. Erst kürzlich habe ich eine Theorie veröffentlicht, dass Google ein Informationsmonopol anstrebt. Daher scheint das jüngste Tool des US-Konzerns nun auch nicht weiter verwunderlich. Seit einigen Tagen bietet Google in den USA ein Service Namens “Hotel Finder” an, der dem Suchenden ein passendes und günstiges Hotel liefern soll. Unter dem Namen Google Hotel Finder startet der Konzern einen weiteren Angriff auf Drittanbieter von Informationen und versucht einen neuen Markt zu erobern, der bislang von Anbietern wie Trivago oder Swoodoo dominiert wurde.
Die Bedienung von Google Hotel Finder ist traditionell sehr einfach. Als erstes wird der gewünschte Ort angegeben, danach das Reisedatum und später der Preis und die gewünschte Qualität. So erhält jeder Nutzer kinderleicht eine Liste mit den passenden Hotels und kann diese direkt über Google aufrufen.

Ansicht : Google Hotel Finder
Bei einigen Hotels bietet Google sogar die Möglichkeit einer direkten Buchung. Dieser Service wird demnächst sicherlich noch auf alle Hotels ausgeweitet. Bislang wird dies vermehrt über Drittanbieter gehandhabt, auf die Google bei einem Erfolg des Tools eventuell ähnlich wie bei Google Places -Bewertungen verzichten wird. Neben dem Preis zu einem Hotel zeigt Google außerdem noch einen direkten Vergleich zur Umgebung an. Ist ein Preis deutlich zu hoch, wird dieser rot markiert – andersherum wird es in der Farbe grün gezeigt.
Da es sich bei dem neuen Tool bislang um ein “Experiment” handelt, wird die Integration von Europäischen Hotels sicher davon abhängen, wie der Dienst in den USA angenommen wird.


Ja, Google versucht alle Mittelsmänner auszuschalten. Damit meine ich Verzeichnisse und Empfehlungswebseiten wo mit Affiliateprogrammen bzw. Direktvermarktung Geld gemacht wird.
Der Hotelfinder ist die logische Konsequenz aus Google Places und man wird sicherlich einen “Finder” für die eine oder andere lukrative Branche finden.
Kommentar von Andreas — 31. Juli 2011 um 10:05Uhr
Ich finde das jedenfalls gut. Mich persönlich stören bei der Problematik auch die anderen Seiten, welche eigentlich nur dazu existieren, um darauf Affiliate-Links auf diese Hotelbuchungsportale setzen zu können. Abgekupferter 0815-Content und Gratisbilder von sonstwoher stellen für mich keinen Mehrwert für Leute dar, welche nach brauchbaren Informationen suchen. Ich hoffe daher auch, dass es daraus resultierend auch eine Verbesserung bei der Websuche im Tourismusbereich geben wird.
Kommentar von Matthias — 31. Juli 2011 um 19:18Uhr
Die Dienste von Google werden mal wieder das Benutzerverlangen erfüllen. Kritisch sehe ich allerdings die Funktionsbündelung bei Google: Immer mehr Traffic läuft über Google, da wo Google nicht in die Informationen eingreifen kann, versuchen sie es mit Proxy-Funktionalitäten (Page Speed).
Der Sinn des Internet war es doch einmal, eine Ausfallsicherheit zur Verfügung zu stellen. Wir schaffen uns mit Google einen zentralen Angriffspunkt…
Kommentar von Torsten von Webanalyser.de — 1. August 2011 um 11:14Uhr
[...] Tschüss Trivago – Hallo Google! [...]
Pingback von Top 10 der Woche 31/11 « Wochenrückblicke — 7. August 2011 um 08:51Uhr
Lehrreicher Artikel. Bereichernd, wenn man sowas auch mal aus einer anderen Perspektive ansehen kann.
Kommentar von Maik — 7. August 2011 um 14:33Uhr
Also ich sehe das so, Google hat die Daten und warum sollte Google diese nicht nutzen?! Ob ich das gut finde, das ist eine andere Sache. Aber verständlich ist es auf jeden Fall.
Kommentar von nordmarketing Group — 8. August 2011 um 07:57Uhr