Google

Hat Google einen neuen Masterplan?

Das Google in Sachen Internetsuche schon längst den Weltmarkt dominiert ist kein Geheimnis mehr. Mehrere Millionen Suchanfragen werden täglich über den allseits bekannten Suchschlitz gestartet. Ursprünglich sind viele Fachleute der Ansicht, dass Google’s Ziel vor allem die Beschaffung von Informationen ist. Nutzer sollen durch innovative Vernetzung vieler Online-Dienste immer das finden, was sie gerade benötigen. Das Google dafür stark in die Privatsphäre der einzelnen Person eindringt und deren Bedürfnisse genau unter die Lupe nimmt, ist ein akzeptiertes Übel.

Doch genau diese Vernetzung der Dienste scheint Google in letzter Zeit immer mehr aufzulösen um die hauseigenen Dienste besser in die Suche zu integrieren. Erst vor kurzem löste Google die Kooperation mit dem Microbloggingdienst Twitter auf, der bis dahin die Echtzeitsuche von Google ermöglichte. Zwar werden die Tweets weiterhin über den Crawler in die SERPs aufgenommen, jedoch bestehen dann ernsthafte Zweifel an der Aktualität der Informationen. Ganz frisch ist auch die Tatsache, dass Google demnächst alle externen Bewertungsportale bei Google Places entfernen wird. Welche Auswirkungen dies für den Einzelnen haben wird, kann man bei Hanns Kronenberg nachlesen. Neben diesen einschneidenden Änderungen gibt es noch viele weitere.

Natürlich wirft sich jetzt die Frage auf, warum Google die Kooperationen mit externen Diensten beendet und somit ganz klar die Informationsfülle der Nutzer einschränkt. Ich denke, dass dies vor allem mit der Einführung des neuen sozialen Netzwerks Google Plus in Verbindung steht. Über öffentliche Streams kann Google hier kostengünstiger die eigene Echtzeitsuche ergänzen und das Netzwerk somit weiter vorantreiben. Eine Kooperation mit Twitter ist deshalb von schwindender Bedeutung. Weiterhin kann Google durch das Netzwerk das hauseigene Mailprogramm vorantreiben. Denn nur mit GoogleMail ist es möglich sich einen Account bei Google Plus anzulegen. Wer dann einmal einen Account hat, kann die ganze Vielfalt an Tools nutzen. Hierzu gehört auch Google Places. Deshalb ist auch in diesem Bereich auf lange Sicht die Zusammenarbeit mit externen Anbietern unnötig.

Google stellt also systematisch Synergien mit anderen Unternehmen ein und versucht die eigenen Dienste dadurch beliebter zu machen und zum Informationsmonopol zu werden. Doch wird das Vorhaben funktionieren und wie wirkt sich das auf die bisherige Internetsuche aus?



4 Kommentare

  1. Ich denke die Informationsfülle ist nur auf kurze Dauer eingeschränkt, da durch die Marktmacht von Google die fehlenden Informationen bald wieder “nachgereicht” werden. Und die klassische Frage des Warum, würde ich mit “weil sie es können” beantworten.

    Zum Thema Google’s Macht habe ich mal einen kleinen Blogbeitrag geschrieben: http://andreas-rotte.de/blog

    Kommentar von Andreas Rotte — 22. Juli 2011 um 14:44Uhr

  2. [...] musste es ja so kommen. Erst kürzlich habe ich eine Theorie veröffentlicht, dass Google ein Informationsmonopol anstrebt. Daher scheint das jüngste Tool des US-Konzerns nun auch nicht weiter verwunderlich. Seit [...]

    Pingback von Tschüss Trivago – Hallo Google! » Alexander-Klaus.com — 31. Juli 2011 um 09:44Uhr

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